Hohlraumerkundung im Flughafenbereich

Abb. 1: Widerstandstiefensondierungen im Flughafenbereich

Abb. 1: Widerstands-tiefensondierungen im Flughafenbereich

Nachdem sich auf einem Flughafengelände ein Erdfall ereignet hatte und bereits zehn Jahre zuvor beim Bau des bestehenden Ab-fertigungsgebäudes in unmittelbarer Nach-barschaft zum Baugrund eines geplanten neuen Ankunftsterminals ein großer Karst-hohlraum angetroffen worden war, sollte eine Neubaufläche (Abb. 1) auf Verdachts-bereiche hinsichtlich möglicher Hohlräume hin untersucht werden. Zu diesem Zweck wurden auf der Untersuchungsfläche geo-elektrische Widerstandstiefensondie-rungen entlang von 13 SW-NE orientierten Parallel-profilen mit einem Messpunktab-stand von je-weils 3 m durchgeführt (3m x 3 m – Kreuz-raster).

Anhand von Erstinformationen aus den geoelektrischen Rohdaten wurden Ansatzpunkte für Sondierbohrungen und Kernbohrungen festgelegt, die der Kalibrierung der geoelektrischen Daten dienen sollten. Sämtliche Hinweise aus den Bohrungen wurden verwertet, um die geoelektrischen Messdaten quantitativ zu interpretieren. Als Ergebnis konnten entlang der einzelnen Messprofile geologische Längsschnitte erstellt werden (Beispiel: Abb. 2). Hierin sind sowohl die aufgrund der Messdaten zu erwartenden Schichtgrenzen der einzelnen geologischen Einheiten als auch markante Kluftflächen sowie deutlich ausgeprägte Schichtflächen zu erkennen. Neben dem Auflockerungsbereich in Profil 4 bei Profilmeter 5 bis 6,5 konnten auch in einigen anderen Zonen, in denen sich markante Kluftflächen kreuzen, Hinweise auf mögliche Hohlräume bzw. einen höheren Zerlegungsgrad des Gebirges gegeben werden.

Die Einzelbefunde aus den geologischen Längsschnitten wurden in einen Lageplan übertragen (Abb. 3), wobei auch vermutete Kluftverläufe und einzelne Problemzonen bezüglich ihres Tiefenbe-reichs gekennzeichnet wurden. Verdachtsbereiche bildeten insbe-sondere die Schnittbereiche verschiedener Klüfte. Hierbei handelte es sich um Auflockerungszonen, in denen durch Ausspülungspro-zesse im Lauf der Zeit möglicherweise weitere Hohlräume entstehen können.

In erbohrten Bereichen konnten die mittels der geoelektrischen Messergebnisse prognostizierten Klüfte direkt nachgewiesen werden (Harnischflächen im Bohrkern).

Auf Basis der im Lageplan gegebenen Informationen bzgl. besonders gefährdeter Abschnitte wurden die weiteren Verpressarbeiten zur Stabilisierung des Untergrundes geplant.