Baugrunderkundung für einen geplanten Tunnel in der Nordschweiz

Abb. 1: Westportale der Tunnelröhren

Abb. 1: Westportale der Tunnelröhren

Auf der Ostseite sind eine Störung im westlichen Profilbereich sowie eine vermutete Sackungs-masse bzw. eine potentielle Gleitfläche als beson-ders markante Strukturen festzustellen. Die ver-mutete Sackungsmasse weist einige Klüftungszo-nen auf, die im geologischen Längsschnitt dar-gestellt sind (Abb. 3). Die Sackung wurde auch im Gelände beobachtet (Abb. 4 und 5). Diesem möglichen Gleit- oder Sackungskörper ist insofern eine besondere Bedeutung beizumessen, als durch Änderungen der Spannungszustände beim Tunnel-bau – insbesondere im Portalbereich – Bewegungen entlang der potentiellen Gleitfläche nicht auszuschließen sind.

Das Arbeitsgebiet befindet sich in der Nordschweiz im Kanton Aargau. Parallel zu zwei bereits vorhandenen Tunnelröhren soll durch einen bis zu 531 m hohen Hügel zur Entspannung der problematischen Verkehrssituation eine dritte Röhre erstellt werden (Abb. 1).

Insofern waren bereits als Basis der Untersuchungen detaillierte Erkenntnisse von früheren geotechnischen Erhebungen und insbesondere von den Tunnelbaumaßnahmen der ersten beiden Röhren vorhanden.

Daher konzentrierten sich die Arbeiten im Westbereich auf die Erfassung der Untergrenze einer Schotterrinne, die den bisherigen Erkenntnissen zufolge in den Bereich der geplanten Tunnelröhre reichen dürfte. Im Ostbereich war im wesentlichen festzustellen, inwieweit die an der Oberfläche zum Teil deutlich erkennbare Sackungsmasse im Ein-flußbereich der Tunneltrasse liegt.

In einer ersten Erkundungsphase wurden geoelek-trische Widerstandstiefensondierungen durchge-führt, in einer zweiten Phase erfolgten die gezielt gesetzten Kernbohrungen, die zur Kalibrierung der geoelektri-schen Meßdaten herangezogen werden konnten

Im Arbeitsgebiet stehen Gesteine der Unteren Süßwassermolasse an, die von jüngeren Deckenschottern überlagert sind. Die Untere Süßwassermolasse stellt eine Wechsellagerung aus Mergeln, Sandsteinen und Siltsteinen dar, wobei die Mergel- und Sandsteine dominieren.

Durch kombinierte, geologisch-geophysikalische Untersuchungen kann man die Untergrundver-hältnisse gut erkennen. Auf der Westseite wurde die Grenze zwischen den Unteren Schottern und der Unteren Süßwassermolasse festgestellt. Den Messergebnissen und den Bohrkernaufnahmen zu-folge steigt die Felslinie am östlichen Profilende an.

Abb. 4: Spalten in der Sackungsmasse und V-förmige Rinne

Abb. 4: Spalten in der Sackungsmasse und V-förmige Rinne

Abb. 5: Säbelwuchs der Bäume in der Sackungsmasse

Abb. 5: Säbelwuchs der Bäume in der Sackungsmasse